Handelslogistik für Filialisten: die richtige Ware in die richtige Filiale

Mittwochnachmittag. In der Filiale in Freiburg ist die Größe 40 ausverkauft, in Kassel liegen sechs Paare im Lager. Der Kunde geht ohne Schuhe, und die Nachlieferung kommt erst mit der nächsten Tour am Montag. Verteilt wurde nach einer Liste, die ein Mitarbeiter vor drei Wochen gepflegt hat.

Diese Seite ist für die Handelslogistik von Einzelhändlern mit mehreren Filialen und einem eigenen Zentrallager, ob Mode, Schuhe, Wohnen, Sport oder Fachhandel. Wer zusätzlich online verkauft, findet mehr unter Omnichannel Logistik.

Typische Probleme in der Handelslogistik

  • Verteilt wird nach Liste, nicht nach Abverkauf. Alle Filialen bekommen gleich viel.
  • Filialen laufen unter der Woche leer. Und die Nachlieferung kommt zu spät.
  • Schwund fällt erst bei der Jahresinventur auf. Dann ist die Ursache nicht mehr zu finden.
  • Umlagerungen zwischen Filialen gehen verloren. Abgeschickt ja, angekommen unklar.
  • Am Saisonende liegt die Ware am falschen Ort.

Filialbelieferung nach Bedarf

Jede Filiale wird als eigener Lagerort geführt, mit eigenem Bestand. Für jeden Artikel gilt ein Meldebestand je Filiale. Wenn eine Filiale darunter fällt, entsteht ein Nachschubvorschlag. Verteilt wird dann dorthin, wo die Ware tatsächlich verkauft wird, nicht gleichmäßig auf alle.

FIGUR 1Zentrallager und Filialen

Seitlich wischen, um die ganze Abbildung zu sehen.

ZentrallagerFilialeFilialeFilialeFilialeBestand unterMeldebestandNachschubBestand unterMeldebestandNachschubBestand unterMeldebestandNachschubBestand unterMeldebestandNachschubUmlagerung: gescannt beimVersand und beim Eingang

Lager und Verkaufsfläche getrennt. Wird zwischen Lagerraum und Verkaufsfläche unterschieden, sehen Sie, was auf der Fläche fehlt, obwohl hinten noch etwas liegt.

Umlagerungen mit doppelter Bestätigung. Die abgebende Filiale scannt beim Versand, die empfangende beim Eingang. Was nicht ankommt, fällt sofort auf.

Inventurdifferenzen früh erkennen

Inventurdifferenzen, also der Unterschied zwischen Systembestand und gezähltem Bestand, sind im Einzelhandel unvermeidlich: Diebstahl, Bruch, Fehlbuchungen, falsch gelieferte Ware. Teuer werden sie, wenn sie erst nach einem Jahr auffallen.

Mit laufender Zählung, der zyklischen Inventur, werden die Differenzen auffällig, solange man sie noch zuordnen kann: einer Lieferung, einer Filiale, einem Zeitraum. Weil jede Bewegung mit Mitarbeiter, Ort und Zeit gespeichert ist, lässt sich nachvollziehen, wo die Abweichung entstanden ist.

Saisonende

Was nicht mehr dreht, wird sichtbar, bevor es zum Ladenhüter wird. Restbestände lassen sich gezielt in die Filialen umlagern, in denen sie sich noch verkaufen. Für Modehändler: Textillogistik.

Zwei Fragen zu Ihrem eigenen Betrieb

Wie oft war im letzten Monat ein Artikel in einer Filiale ausverkauft, während er in einer anderen lag?

Wie hoch waren Ihre Inventurdifferenzen bei der letzten Inventur, und wissen Sie, wo sie entstanden sind?

Was ist Handelslogistik?
Die Logistik des Handels: Ware vom Lieferanten über das Zentrallager in die Filialen und zum Kunden, einschließlich Filialbelieferung, Umlagerungen zwischen Filialen und Inventur.
Wie beliefere ich Filialen nach Bedarf statt nach Gießkanne?
Indem jede Filiale als eigener Lagerort mit eigenem Bestand geführt wird und je Artikel ein Meldebestand gilt. Fällt der Bestand darunter, entsteht ein Nachschubvorschlag für diese Filiale.
Was sind Inventurdifferenzen?
Der Unterschied zwischen dem Bestand laut System und dem gezählten Bestand. Im Einzelhandel entstehen sie durch Diebstahl, Bruch, Fehlbuchungen und falsche Lieferungen. Je früher sie auffallen, desto eher lässt sich die Ursache finden.
Wie verhindere ich, dass Umlagerungen zwischen Filialen verloren gehen?
Indem die abgebende Filiale beim Versand scannt und die empfangende beim Eingang. Was abgeschickt, aber nicht angekommen ist, wird sofort sichtbar.

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