Lagerverwaltungssoftware Anbieter vergleichen
Legen Sie die Funktionslisten von fünf Anbietern für ein Lagerverwaltungssystem nebeneinander, und Sie werden kaum Unterschiede finden. Alle können Wareneingang, Einlagerung, Kommissionierung und Versand. Alle haben Schnittstellen. Alle sind „flexibel“. Die Unterschiede zeigen sich erst später: bei der ersten Änderung nach dem Start, bei der ersten Hochsaison, beim ersten neuen Marktplatz.
Diese Seite zeigt Ihnen, worauf Sie beim Lagerverwaltungssoftware Vergleich wirklich achten sollten: vier Achsen, eine Gewichtung als Vorschlag, acht Fragen und drei Typen von Anbietern. Sie ist für alle, die gerade eine Auswahlliste erstellen oder schon Angebote auf dem Tisch haben. Was Lagerverwaltungssoftware grundsätzlich leistet, lesen Sie vorab auf einer eigenen Seite. Wer noch ganz am Anfang steht, liest zuerst Lagerverwaltungssystem auswählen.
Ein Hinweis vorab: Wenn Sie ein vollautomatisches Lager mit Fördertechnik planen, vergleichen Sie andere Anbieter, nämlich WMS-Anbieter im engeren Sinn. Mehr dazu unter WMS System.
Vier Achsen, die wirklich trennen
1. Einstellen oder programmieren. Fragen Sie für jeden Ablauf, wie eine Änderung gemacht wird. Wer passt die Kommissionierlogik an, wenn Sie einen neuen Kanal eröffnen? Kann Ihr eigenes Team das über Einstellungen, oder braucht es einen Programmierer des Anbieters? Programmierte Anpassungen kosten jedes Mal Geld und Zeit und machen Updates schwerer.
2. Tiefe der Schnittstellen. Eine Schnittstelle, die Aufträge abholt, ist etwas anderes als eine, die Auftragsstatus, Bestandsbewegungen, Retouren und Stornierungen in beide Richtungen abgleicht. Fragen Sie genau, was in welche Richtung fließt, über eine fertige ERP-Schnittstelle oder eine offene API, und lassen Sie es sich zeigen.
3. Zeit bis zum ersten Nutzen. Wie lange dauert es, bis der erste per Scanner geführte Auftrag das Haus verlässt? Bei einer standardisierten Einführung ist das eine Frage von Wochen, nicht von Jahren.
4. Gesamtkosten über fünf Jahre. Rechnen Sie Lizenz, Einführung, Hardware, Schnittstellen, Betreuung und Änderungen über fünf Jahre zusammen. Ein günstiger Einstieg kann teuer werden, wenn jede Änderung einzeln berechnet wird. Welche Kostenpositionen dazugehören, lesen Sie unter Lagerverwaltungssystem Kosten.
Eine Gewichtung als Ausgangspunkt
Damit der Vergleich nicht beim Bauchgefühl endet, bewerten Sie jeden Anbieter auf einer Skala von 1 bis 5 und gewichten die Achsen. Unser Vorschlag, den Sie an Ihre Lage anpassen sollten:
| Kriterium | Gewicht (Vorschlag) |
|---|---|
| Einstellbarkeit | 30 % |
| Schnittstellen | 25 % |
| Zeit bis zum ersten Nutzen | 20 % |
| Gesamtkosten über fünf Jahre | 15 % |
| Support und Kontinuität | 10 % |
Wer viele Kanäle anbindet, etwa über eine Anbindung an Marktplätze, gewichtet die Schnittstellen höher. Wer ein knappes Budget hat, die Gesamtkosten.
Seitlich wischen, um die ganze Abbildung zu sehen.
Acht Fragen an jeden Anbieter
- Was kostet eine Änderung am Ablauf nach dem Start, in Geld und in Zeit?
- Welche Ihrer Schnittstellen zu unserem ERP laufen heute schon bei einem Kunden?
- Wie viele Kunden aus unserer Branche sind in den letzten zwei Jahren live gegangen, und in wie vielen Wochen?
- Was passiert mit der Kommissionierlogik, wenn wir einen Marktplatz wie Kaufland oder Otto dazunehmen?
- Wie geht das System mit Spitzen um, etwa rund um Black Friday und Weihnachten, und kostet das extra?
- Können wir unsere eigenen Daten exportieren, in welchem Format und zu welchen Kosten?
- Wer pflegt die Schnittstelle, wenn ein Paketdienst oder Marktplatz seine Schnittstelle ändert?
- Dürfen wir mit einem Referenzkunden sprechen, ohne dass Sie dabei sind?
Antworten auf Frage 2 und 8 sagen oft mehr als jede Präsentation.
Drei Typen von Lagerverwaltungssoftware Anbietern: was sie für Kommissionierung und Versand im Handel leisten
Große Komplettsuiten. Funktional sehr umfassend, aber teuer und langsam in der Einführung. Sie passen zu Unternehmen mit eigener IT-Abteilung und langen Planungszyklen.
Lagermodule von ERP-Systemen. Günstig in der Anschaffung, aber dünn in der Lagerarbeit: Sie halten Bestände fest, führen aber die Mitarbeiter nicht. Für wenige Aufträge am Tag kann das reichen. Ein Vergleich: BizBloqs im Vergleich zum ERP-Lagermodul.
Spezialisierte, einstellbare Lagerverwaltungssysteme. Sie liegen dazwischen und schneiden bei kleinen und mittleren Unternehmen meist am besten ab, wenn es um die Zeit bis zum ersten Nutzen geht. Zu diesem Typ gehört BizBloqs.
Und dann gibt es noch die Eigenentwicklung, die vor allem in Unternehmen mit eigener Entwicklungsabteilung auf den Tisch kommt. Wann sie sinnvoll ist: BizBloqs im Vergleich zur Eigenentwicklung. Wenn Sie heute mit Excel arbeiten: BizBloqs im Vergleich zu Tabellen und Papier.
Wie Sie die Auswahl abschließen
- Begrenzen Sie die engere Wahl auf zwei oder drei Anbieter.
- Lassen Sie sich Ihren eigenen Ablauf zeigen, mit Ihren Artikeln, nicht die Standard-Demo.
- Sprechen Sie mit Referenzkunden.
- Legen Sie die Gesamtkosten über fünf Jahre nebeneinander.
- Planen Sie die Einführung mit, bevor Sie unterschreiben.
Zwei Fragen zu Ihrer eigenen Auswahl
Welche Ihrer Anforderungen sind wirklich Pflicht, und welche stehen nur auf der Liste, weil ein Anbieter sie gezeigt hat?
Wer in Ihrem Team wird das System nach dem Start pflegen, und kann diese Person es ohne den Anbieter?
- Wie vergleiche ich Anbieter von Lagerverwaltungssoftware?
- Nicht über Funktionslisten, die sehen bei allen ähnlich aus. Vergleichen Sie, wie Änderungen gemacht werden, wie tief die Schnittstellen gehen, wie schnell der erste gescannte Auftrag rausgeht und was das System über fünf Jahre insgesamt kostet.
- Welche Arten von LVS Anbietern gibt es?
- Grob drei: große Komplettsuiten, Lagermodule von ERP-Systemen und spezialisierte, einstellbare Lagerverwaltungssysteme dazwischen.
- Ist das ERP-Lagermodul nicht günstiger?
- In der Anschaffung oft ja. Es hält Bestände fest, führt aber die Mitarbeiter im Lager meist nicht. Ob das reicht, hängt davon ab, wie viele Aufträge Sie am Tag bewegen und wie teuer Fehler sind.
- Sollte ich mit Referenzkunden sprechen?
- Unbedingt, und am besten ohne den Anbieter im Raum. Fragen Sie nach der Einführung, nach Änderungen nach dem Start und nach dem Support im Alltag.