Textillogistik: Größen, Saisons und Retouren im Griff
Textillogistik, also die Logistik für Mode und Textilien, hat im Lager drei Eigenheiten. Ein einziges Modell sind schnell fünf Größen in vier Farben, also zwanzig Artikel. Jede Saison bringt neue Kollektionen, und die alte liegt noch auf den besten Plätzen. Und ein großer Teil dessen, was online verkauft wird, kommt zurück, oft schneller, als das Lager es verarbeiten kann.
Diese Seite ist für Modemarken, Händler und Großhändler von Bekleidung, Schuhen und Accessoires mit eigenem Lager, ob sie über den eigenen Shop, über Zalando, Otto und Amazon.de oder an den Fachhandel verkaufen. Ob Modelogistik für den eigenen Shop oder Belieferung des Fachhandels: Der Bestand ist derselbe.
Typische Probleme in der Fashion Logistik
- Varianten werden als lose Artikel behandelt. Ohne Bezug zum Modell, mit falsch zugeordneten Etiketten.
- Die alte Saison blockiert die besten Plätze. Neue Ware landet hinten, Restposten liegen vorne.
- Retouren bleiben liegen. Und was online als „nicht verfügbar“ angezeigt wird, liegt eigentlich im Retourenstapel.
- Großhandel und Onlineshop greifen auf denselben Bestand zu. Vororders der Händler werden online verkauft.
- Zusatzleistungen ohne Überblick. Umetikettieren, Bügeln, Geschenkverpackung: Wer macht was, und was kostet es?
Wie ein Lagerverwaltungssystem die Textillogistik ordnet
Jede Variante mit eigener GTIN. Jede Kombination aus Modell, Farbe und Größe ist ein eigener Artikel mit eigener GTIN. Beim Kommissionieren prüft der Scan, ob es wirklich Größe M in Blau ist.
Retouren schnell zurück in den Bestand. Rücksendungen werden gescannt, geprüft und eingestuft. Einwandfreie Ware ist sofort wieder verkaufbar, der Rest geht in die Aufbereitung, in den Abverkauf oder zurück an den Lieferanten. Weil Kunden nach einem Widerruf ihr Geld zügig zurückbekommen müssen, zahlt sich ein schneller Ablauf doppelt aus. Mehr: Retourenmanagement im Onlineshop.
Seitlich wischen, um die ganze Abbildung zu sehen.
Vororders reservieren. Ware, die Händlern zugesagt ist, wird reserviert. Der Onlineshop und angebundene Marktplätze (Marktplatz Anbindung) sehen nur, was frei ist.
Saisonwechsel planen. Weil jede Entnahme erfasst wird, sehen Sie, welche Artikel nicht mehr drehen. Die gehören von den besten Plätzen weg, bevor sie zu Ladenhütern werden. Mit FIFO geht die ältere Ware zuerst raus.
Viele kleine Aufträge in einem Rundgang. Onlinebestellungen mit wenigen Teilen werden gebündelt kommissioniert (Batch-Kommissionierung).
Sets und Zusatzleistungen. Outfits oder Geschenksets werden nach Stückliste zusammengestellt.
Die Retourenquote im Lager
Eine hohe Retourenquote ist im Modehandel normal. Teuer wird sie erst, wenn Retouren liegen bleiben: Die Ware fehlt im Verkauf, der Kunde wartet auf sein Geld, und der Bestand stimmt nicht. Messen Sie deshalb nicht nur, wie viel zurückkommt, sondern auch, wie lange es dauert, bis eine Retoure wieder verkaufbar ist.
Wer gleichzeitig online, im Laden und an den Fachhandel verkauft, findet mehr unter Omnichannel Logistik.
Zwei Fragen zu Ihrem eigenen Lager
Wie viele Tage liegt eine Retoure bei Ihnen im Schnitt, bis sie wieder verkaufbar ist?
Wie viele Artikel der letzten Saison liegen noch auf Ihren besten Kommissionierplätzen?
- Wie verwalte ich Größen und Farben im Lager?
- Jede Kombination aus Modell, Farbe und Größe ist ein eigener Artikel mit eigener GTIN und eigenem Lagerplatz. Im Shop werden sie zu einem Modell zusammengefasst, im Lager werden sie einzeln gescannt.
- Wie bekomme ich Retouren schneller zurück in den Verkauf?
- Mit einem festen Ablauf: scannen, prüfen, einstufen, einlagern. Ware in einwandfreiem Zustand ist danach sofort wieder verfügbar; der Rest geht in die Aufbereitung, als B-Ware in den Abverkauf oder zurück an den Lieferanten.
- Wie verhindere ich, dass der Onlineshop Ware verkauft, die für Händler reserviert ist?
- Durch Reservierungen: Vororders von Händlern werden reserviert, und der Shop sieht nur den Bestand, der frei ist.