Gefahrstofflager richtig führen: Einlagerung und Kommissionierung von Chemikalien
In einem Chemielager entscheidet oft eine einzige Person, was neben was stehen darf. Sie kennt die Lagerklassen, weiß, welche Stoffe nicht zusammengehören, und hat die Sicherheitsdatenblätter im Kopf. Ist sie im Urlaub, stellt jemand ein Oxidationsmittel neben einen brennbaren Stoff, weil dort Platz war.
Diese Seite ist für Hersteller, Händler und Distributoren von Chemikalien, Lacken, Klebstoffen, Reinigungsmitteln und technischen Flüssigkeiten mit eigenem Lager. Für die rechtliche Seite der Gefahrstofflagerung sind Ihre Fachkraft für Arbeitssicherheit und Ihr Gefahrstoffbeauftragter zuständig; hier geht es darum, wie das Lager die Regeln im Alltag einhält.
Typische Probleme in der Chemielogistik
- Zusammenlagerungsregeln stehen nur im Kopf. Welche Stoffe getrennt gelagert werden müssen, weiß nicht jeder.
- Chargen und Verfallsdaten werden von Lieferpapieren abgetippt. Mit allen Fehlern, die dabei entstehen.
- Sicherheitsdatenblätter liegen woanders. Im Ordner, im Postfach, manchmal in einer veralteten Fassung.
- Gefahrgut fällt erst an der Rampe auf. Der Fahrer steht da, und erst jetzt wird geprüft, ob die Sendung so verladen werden darf.
- Gesperrte Ware wird trotzdem kommissioniert. Eine Charge wartet auf die Qualitätsprüfung, aber ein Teil davon liegt auf einem anderen Platz und geht raus.
Vorschriften zur Gefahrstofflagerung: Zusammenlagerung nach TRGS 510
Die Technische Regel für Gefahrstoffe 510 beschreibt, wie Gefahrstoffe in ortsbeweglichen Behältern gelagert werden: in welchen Bereichen, mit welchen Schutzmaßnahmen und welche Stoffe zusammen gelagert werden dürfen. Welche Lagerklassen bei Ihnen vorkommen und welche Bereiche Sie brauchen, legt Ihre Gefährdungsbeurteilung fest.
Das Lagerverwaltungssystem setzt diese Entscheidung im Alltag um: Lagerplätze werden Bereichen zugeordnet, Artikel festen Bereichen, und beim Einlagern sieht der Mitarbeiter auf dem Scanner, wohin der Stoff gehört.
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Wie ein Lagerverwaltungssystem im Gefahrstofflager hilft
Charge und Verfall beim Wareneingang. Beim Wareneingang wird die Charge gescannt oder erfasst, mit Verfallsdatum, wo es eines gibt. Ab dann ist sie bis zum Kunden nachvollziehbar.
Was zuerst abläuft, geht zuerst. Beim Kommissionieren schlägt das System die Charge vor, die zuerst abläuft (FEFO).
Sperren und Freigeben. Ware in Quarantäne oder mit offener Prüfung wird gesperrt und ist für die Kommissionierung unsichtbar, bis die Qualitätssicherung sie freigibt, egal auf welchem Platz sie liegt.
Qualitätsprüfung mit Foto. Beschädigte Gebinde werden beim Eingang dokumentiert.
Feste Plätze statt freier Platzwahl. Bei der Einlagerung zeigt der Scanner den vorgesehenen Bereich. Legen Sie die Bereiche im System so an wie die Kennzeichnung im Gefahrstofflager vor Ort, dann sagen Schild und Scanner dasselbe.
Bewegungen protokolliert. Jede Bewegung bleibt mit Zeit und Mitarbeiter gespeichert. Bei einer Behördenkontrolle oder einem Audit ist das ein Bericht, keine Suche.
Was BizBloqs im Einzelnen bietet, von der Lagerplatzverwaltung bis zu Sperren und Freigaben, steht in der Funktionsübersicht. Wie Chargen und Verfallsdaten zusammenspielen: Chargennummer und MHD.
Zwei Fragen zu Ihrem eigenen Lager
Wer bei Ihnen entscheidet heute, auf welchen Platz ein neuer Gefahrstoff kommt, und was passiert, wenn diese Person nicht da ist?
Wenn eine Charge gesperrt wird: Können Sie sicher sein, dass kein Gebinde davon auf einem anderen Platz liegt?
- Was regelt die TRGS 510?
- Die Technische Regel für Gefahrstoffe 510 beschreibt, wie Gefahrstoffe in ortsbeweglichen Behältern gelagert werden, unter anderem welche Stoffe zusammen gelagert werden dürfen und welche getrennt werden müssen. Für die Umsetzung in Ihrem Lager sind Ihre Fachkraft für Arbeitssicherheit und Ihr Gefahrstoffbeauftragter zuständig.
- Wie hilft ein Lagerverwaltungssystem im Gefahrstofflager?
- Es weiß, welcher Stoff auf welchem Platz liegt. Wenn Lagerplätze nach Lagerklassen eingeteilt und Artikel festen Bereichen zugeordnet sind, sieht der Mitarbeiter beim Scan, wo der Stoff hingehört, statt es aus dem Gedächtnis zu entscheiden.
- Was passiert mit gesperrten Chargen?
- Eine Charge in Quarantäne oder mit offener Qualitätsprüfung wird gesperrt und kann nicht kommissioniert werden, bis sie freigegeben ist.
- Wie optimiere ich meine Gefahrstofflagerung?
- Indem Lagerbereiche nach Ihrer Gefährdungsbeurteilung im System angelegt und Artikel festen Bereichen zugeordnet werden. Der Scanner zeigt beim Einlagern, wohin ein Stoff gehört, gesperrte Chargen sind nicht kommissionierbar, und jede Bewegung wird protokolliert.